Stuntriding – nur fĂŒr Hollywood??

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Nein, absolut nicht, der Name verwirrt: Stuntriding ist weit mehr als das, nĂ€mlich alles, außer ein Straßenmotorrad schnell zu bewegen. Stuntriding ist Style, Akrobatik, Körper- und Motorradbeherrschung vom feinsten, gepaart mit Tricks und Kombinationen von Moves, die an Flatland BMX erinnern, wĂ€ren da nicht auch noch 200 Kilo und 100 PS, die es ĂŒber Gas, Kupplung und Bremsen zu bĂ€ndigen gilt.

Der Brasilianer Antonio Carlos Farias gilt als einer der UrvĂ€ter des Sports. Er begann schon in den frĂŒhen Neunzigern, auf seiner vollverkleideten 1000er auf leeren ParkplĂ€tzen, mit wahnwitzigen Freestyle Tricks alle möglichen und unmöglich erscheinenden Wheelies und Stoppies aneinander zu reihen. Die gute alte VHS Videokassette und das Internet brachten diese neuartigen Moves sogar bis nach Halblech im AllgĂ€u, wo ein nicht untalentierter Offroad-Motorradfahrer gerade eine Verletzung aussaß und dementsprechend viel Zeit hatte, Fernsehen zu gucken.

Dieser rekonvaleszente Couch-Potatoe war Chris Pfeiffer, und was er da ĂŒber die Mattscheibe flimmern sag, zog ihn derart in den Bann, daß er ab da nur noch sowas machen wollte: Streetbike Freestyle, Stunting, oder eben: Stuntriding. Am Englischen kommt man in diesem Sport einfach nicht vorbei, ein Zentrum dieses Sports war und ist das trockene, warme US Amerika, dort ist inzwischen die grĂ¶ĂŸte Szene beheimatet, dort wird mehr als irgendwo sonst tĂ€glich an der Evolution gefeilt und die Schwerkraft außer Kraft zu setzten versucht.

Der Großmeister im auf den Kopf stellen von Newtons Gesetzten allerdings kommt seit Jahren aus dem AllgĂ€u. Ja, genau! Dort lebt, trainiert und entwickelt Chris Pfeiffer an vorderster Front mit und hebt den Sport regelmĂ€ĂŸig auf das jeweils nĂ€chste Level. Talent, GefĂŒhl, Innovation, KreativitĂ€t und der unbeugsame Wille (bzw. die HĂ€rte), einfach immer wieder aufzusteigen und es nochmal zu versuchen, haben Chris auf seiner BMW F 800 R zum weltweiten Serien-Champ und unumstrittenen Zeremonienmeister im Stuntriding gemacht.
Die Anzahl seiner bislang errungenen Titel ist riesig, doch was fĂŒr Chris wirklich zĂ€hlt, was ihn wirklich antreibt und was einen Tag fĂŒr Chris zu einem guten Tag macht, ist, wenn ein neuer Trick oder eine neue Combo erstmals ausgefahren – gestanden – wurde. Dann herrscht Zufriedenheit, erst dann ist Seelenfrieden. Zumindest, bis ihm kurz danach einfĂ€llt, wie dieser Trick noch zu verschĂ€rfen wĂ€re. Denn die konstante Entwicklung stoppt absolut nie.

Stuntriding ist eine Freestyle Sportart, bei der der individuelle Style, die FlĂŒssigkeit der Darbietung (der „Flow“), und der Variantenreichtum von einer mehrköpfigen Jury, den Judges, in Form von Punkten bewertet wird. Der Rider hat fĂŒr seine Darbietung eine glatte AsfaltflĂ€che mit mindestens ca. 50 mal 15 Metern und eine Laufzeit von einigen Minuten zur VerfĂŒgung, aus den Boxen dröhnt Musik, welche die Darbeitung – die Show - unterstĂŒtzt.
Das Bike muß mindestens 600 Kubik und 2 Zylinder besitzen, eine sogenannte Wheelie-Bar schĂŒtzt das Heck vor dem anschleifen am Boden und die am Lenker zusĂ€tzlich montierte Hinterradbremse sichert vor dem Überziehen von Wheelies nach hinten, sollte der rechte Fuss aufgrund eines Tricks mal nicht am ihm eigentlich zugedachten Bremspedal parat stehen.
Chris‘ BMW F 800 R zeichnet sich vor allem durch serienmĂ€ĂŸig gegebene Edel-Komponenten, sowie ein seidig-weiches Ansprechen des Motors in jeder Lebenslage aus. Egal, in welchem Winkel zum Boden, in welchem Gang und bei welcher Drehzahl: Die F 800 R schiebt an, reißt aber nicht durch oder verschluckt sich gar.